Gravel Ground 2026
Kinder, was für ein Spektakel. Auch 2026 durfte der Saisonabschluss auf Zeche Ewald nicht fehlen. Zahlreiche Aussteller, ein buntes Tourenprogramm und ein paar anspruchsvolle Challenges warteten auf die Besucherinnen und Besucher des Wochenendes vom 11 bis 13.09.2026.
Der Gravel Ground gehört für mich inzwischen zu den Veranstaltungen, die irgendwie fest zum Jahr dazugehören. Nicht unbedingt, weil ich dort drei Tage lang von Stand zu Stand laufen und mir jedes neue Gravelbike anschauen muss. Sondern vor allem wegen der Menschen.
Über das Jahr verteilt trifft man sich immer mal wieder irgendwo auf einer Tour, einer Messe oder einem anderen Event. Aber spätestens beim Gravel Ground auf Zeche Ewald kommen erstaunlich viele bekannte Gesichter wieder zusammen. Ein bisschen wie Klassentreffen, nur mit Fahrrädern, weniger unangenehmen Geschichten aus der Schulzeit und vermutlich deutlich mehr Funktionskleidung.
Auch beim Gravel Ground 2026 durfte ich wieder meinen kleinen Teil zur Veranstaltung beitragen und zwei geführte Graveltouren übernehmen. Also hieß es für mich: drei Tage Zeche Ewald, zwei Touren, viele Gespräche, ein bisschen Regen, ein platter Reifen und am Ende jede Menge Fotos auf der Speicherkarte.
Freitag: Direkt vom Festivalgelände auf Graveltour
Das Gravel Ground 2026 startete am Freitag erst am Nachmittag. Viel Zeit zum gemütlichen Ankommen blieb mir allerdings nicht, denn bereits um 16:45 Uhr stand meine erste Tour auf dem Programm.
Sieben Teilnehmer hatten sich angemeldet, worüber ich mich wirklich gefreut habe.
Wie bei meinen Touren üblich, sollte daraus kein Rennen werden. Mir geht es bei solchen gemeinsamen Runden nicht darum, einen möglichst hohen Schnitt zu fahren oder irgendwo Bestzeiten aufzustellen. Wir fahren gemeinsam los und kommen gemeinsam wieder zurück und der Weg ist das Ziel. Gute Gespräche, etwas über die Region erfahren und eine gute, gemeinsame Zeit haben, das ist mein Ding. So auch dieses Jahr wieder.
Unsere Runde führte zunächst ganz entspannt durch den Schlosspark und anschließend in Richtung Schlägel & Eisen. Von dort ging es weiter durch das Alte Dorf Westerholt und schließlich zum Kiosk Mummel.
Dort haben wir eine kleine Pause eingelegt, etwas getrunken und zusammengesessen. Ich hatte Mummeltüten für alle Teilnehmenden eingeplant, Getränke musste sich jeder selber kaufen. Eigentlich hatte ich mir gedacht, wir nehmen die Tüten in Empfang und sind dann gleich wieder auf dem Sprung.
Aber die Gruppe bestellte sich eifrig etwas zu trinken, schnell waren die Bänke zusammengestellt und schon saßen wir gemütlich am Tisch und lernten uns alle näher kennen.
Das war eine super Überraschung und kam bei allen echt gut an.

Irgendwann mussten wir aber dann doch weiter und bis zum Festivalgelände waren es nur von hier noch ca, 10 km.
Ganz trocken kamen wir dabei leider nicht durch. Zwischendurch gab es etwas Nieselregen, aber davon lässt man sich im Ruhrgebiet schließlich nicht die Laune verderben.
Am Ende waren alle wieder heil auf Zeche Ewald angekommen und die Rückmeldungen zur Tour waren durchweg positiv. Damit konnte ich den ersten Tag eigentlich zufrieden beenden.

Eigentlich.
Wenn Tubeless plötzlich nicht mehr tubelessen möchte
Schon am Kiosk Mummel gab es die ersten Hinweise. “Du scheinst Luft zu verlieren!” Kam als Meldung aus meiner Gruppe und ich dachte zunächst noch, das könne nicht sein. Aber leider war es richtig. Irgendwo unterwegs hatte ich mir nämlich einen Platten eingefangen.
Normalerweise kein großes Drama, schließlich fahre ich Tubeless. Dieses Mal hatte die Dichtmilch allerdings offensichtlich beschlossen, ihren Dienst einzustellen.
Mit einer kleinen Elektropumpe konnte mir geholfen werden und so absolvierte ich die Heimfahrt ohne weitere Probleme. Zu Hause in der Werkstatt ging ich der Sache dann auf den Grund, öffnete den REifen und fand einen ziemlich beeindruckenden Gummiklumpen. Frische Milch sieht definitiv anders aus.
Ich machte alles sauber, füllte frische Milch nach und hoffte, dass ich den Reifen schnell wieder auf die Felge schießen könne. Für den Einsatz meines Kompressors war es schon zu spät, von der Uhrzeit her, also opferte ich eine Co² Kartusche. Sie verfehlte ihr Ziel nicht, der Reifen sprang in die Felge, ich erledigte die Restarbeiten und hoffte, dass mein Reifen nun dicht bleiben würde.
Samstag: Eigentlich hatte ich gar keinen Bock
Ich gebe es zu: Vor dem Gravel Ground hatte ich dieses Jahr zunächst erstaunlich wenig Lust auf die Veranstaltung. Wir waren in den Tagen davor ziemlich mit unserem neuen Spielzeug beschäftigt und ihr kennt das vielleicht: Wenn man gerade etwas Neues hat, mit dem man sich beschäftigen kann, ist plötzlich alles andere nur noch halb so interessant.
Das änderte sich allerdings ziemlich schnell, nachdem ich am Freitag auf dem Festivalgelände angekommen war. Die ersten bekannten Gesichter gesehen, hier jemanden begrüßt, dort kurz gequatscht und schon war wieder klar, warum ich solche Veranstaltungen eigentlich so gerne mag.
Also ging es am Samstag mit deutlich mehr Motivation zurück nach Herten. Der Reifen war auch noch dicht, also kann es ja nur ein guter Tag werden.
Außerdem stand auch wieder eine Graveltour auf dem Programm. Die gleiche wie gestern.
Zehn Leute, ein Gravelbike und ganz viel Ruhrgebiet
Am Samstag waren wir insgesamt zehn Leute in unserer Gruppe.
Auch dieses Mal ging es entspannt los. Schlosspark, Zeche, Kiosk Mummel.

Wie schon tags zuvor wurden auch heute die Bänke zusammengetellt, ne Mummeltüre von mir spendiert und Getränke selber gekauft. Und wieder saßen wir zusammen, quatschten, lachten, als wenn wir uns schon alle ganz lange kennen würden.
Ein besonderes Dankeschön geht dabei auch noch einmal an meinen Besenwagen “Chefchen”, der hinten ein Auge darauf hatte, dass uns niemand verloren geht. Gerade bei größeren Gruppen ist das für mich als Tourguide unglaublich hilfreich.
Die Gruppe hat richtig gut funktioniert und die Tour hat mir entsprechend viel Spaß gemacht. Am Ende der Tour ging es dann wieder auf den ersten Ring der Halde Hoheward. Diesmal hatten wir aber Pech.

Denn der unmittelbare Weg zum Festivalgelände wurde uns verwährt. Denn unser Weg war gesperrt, es liefer grade das Scarry Schotter Rennen und somit war kein Durchkommen für uns. Das hatte ich tatsächlich nicht auf dem Schirm und so haben wir unser Gruppenfoto kurzerhand hier gemacht und sind dann wieder runter.
Nachdem ich die Gruppe am Stand des Radrevier Ruhr entlassen hatte, begann für mich der zweite wichtige Teil des Gravel Ground. Die vielen lieben Menschen aus der Szene.
Gravel Ground ist für mich inzwischen ein kleines Klassentreffen
Ich glaube, das beschreibt das Wochenende tatsächlich am besten: Klassentreffen.
Viele Leute sieht man während des Jahres nur über Social-Media. Man reagiert auf Stories, kommentiert Beiträge oder trifft sich auf Touren. Und dann gibt es oder zwei Termine, bei denen plötzlich erstaunlich viele davon gleichzeitig an einem Ort stehen.
Anfang des Jahres ist das für mich beispielsweise die Cyclingworld. Gegen Ende der Saison ist es das Gravel Ground. Ich habe mich deshalb sehr darüber gefreut, viele bekannte Gesichter wiederzusehen und gleichzeitig neue Leute kennenzulernen.
Jule tätowiert
Besonderes Highlight waren in diesem Jahr die Klebetattoos von Jule_Radelt, die am Stand der Ruhrtourismus verteilt wurden. Jule ließ es sich nicht nehmen, ziemlich jedem ein Tattoo zu verpassen, der wollte und bei 3 nicht auf dem Baum war.

Wenn man später mit offnene Augen über das Event ging, konnte man Jules Kunst überall entdecken. Ich trage meinen Förderturm, jetzt noch, ca. 2 Wochen nach dem Event, auf der Haut. Auch wenn er langsam verblasst.


Gefühlswelten
Noch immer etwas befremdlich ist für mich allerdings die Situation, wenn jemand zu mir kommt und fragt, ob wir zusammen ein Foto machen können.
Ich kann es dann immer nicht glauben, dass jemand ein Foto mit mir machen will, Ich bin doch nur ein dicker Typ auf dem Fahrrad, der euch ein wenig was über die Region erzählen will. Aber ich freue mich natürlich sehr, wenn euch gefällt, was ich mache.
Also: Falls wir uns beim Gravel Ground getroffen, miteinander gequatscht oder ein Foto gemacht haben, vielen Dank dafür!
Genau solche Begegnungen und das Feedback, welches Ihr mir gebt, sind so Gründe, warum ich nach dem Wochenende ziemlich zufrieden nach Hause gefahren bin.
Sonntag: Kamera statt Gravelbike
Am Sonntag durfte das Fahrrad schließlich zu Hause bleiben. Meine beiden Touren waren erledigt und damit konnte ich das Gravel Ground noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive erleben.
Leider hatte das Wetter andere Vorstellungen von einem gemütlichen Sonntag auf der Expo. Es regnete ordentlich. Trotzdem wollte ich die Gelegenheit nutzen, mir die Aussteller in Ruhe anzusehen und vor allem einige Fotos für meinen Blog zu machen.
Denn natürlich gehört zum Gravel Ground nicht nur das gemeinsame Fahren. Rund um die Zeche Ewald gibt es während des Festivals auch jede Menge Gravelbikes, Komponenten, Zubehör und andere Dinge zu entdecken.
Im Video habe ich deshalb einen längeren Rundgang über die Expo eingebaut. Hier im Blog lasse ich lieber die Bilder sprechen.









Mein Fazit zum Gravel Ground 2026
Nach drei Tagen war das Gravel Ground 2026 für mich wieder Geschichte. Es folgt die Erkentnis, dass die Saisong 2026 langsam dem Ende entgegen geht, Zwift wieder teuer wird und diese Szene eine tolle Gemeinschaft ist.
Und unterm Strich war es ein richtig schönes Wochenende.
Meine beiden Touren haben hervorragend funktioniert, ich hatte zwei tolle Gruppen und habe viele Menschen wiedergesehen, die ich teilweise viel zu selten treffe.
Ganz perfekt war die Veranstaltung aus meiner Sicht trotzdem nicht.
Ich hätte dem Gravel Ground 2026 deutlich mehr Besucher gewünscht. Mein Eindruck war, dass viele Leute im Vorfeld schlicht nicht mitbekommen hatten, dass die Veranstaltung überhaupt stattfindet.
Woran das genau lag, müssen andere analysieren. Vielleicht muss man bei der Kommunikation und Bewerbung der Veranstaltung in Zukunft noch einmal genauer hinschauen. Denn das Event selbst hätte aus meiner Sicht mehr Aufmerksamkeit verdient.
Die Location auf Zeche Ewald passt hervorragend, das gemeinsame Graveln funktioniert und vor allem ist das Gravel Ground für mich eben viel mehr als eine reine Fahrradmesse.
Es ist ein Treffpunkt. Und vielleicht ist genau das inzwischen das Wichtigste daran.
Die Tour bei Komoot
Und wenn du selber mal Lust hast, die Tour zu fahren, habe ich sie Dir bei Komoot bereitgestellt:
Gravel Ground 2026 im Video
Natürlich habe ich nicht nur fotografiert.
Die Kamera lief über das komplette Wochenende immer wieder mit. Im Video nehme ich euch mit auf meine beiden Touren, zeige einige Eindrücke von den drei Veranstaltungstagen und habe natürlich auch einen ausführlicheren Rundgang über die Expo eingebaut.
Wer also noch etwas mehr Gravel Ground 2026 sehen möchte, kann sich hier meinen kompletten Rückblick auf das Wochenende anschauen:
Vielleicht sehen wir uns beim nächsten Gravel Ground dann nicht nur hier im Blog oder auf YouTube, sondern tatsächlich auf Zeche Ewald.
Glück auf!

