Windige Angelegenheiten


Bike- und Skatepark Recklinghausen

Das Wetter war wechselhaft. Mal regnete es etwas, mal verwöhnte uns etwas Sonnenschein. Aber es war windig. Hier am Boden bemerkte man das noch nicht so, aber später auf der Halde… Aber dazu später mehr.

Unsere Route war nicht auf Strecke angelegt, eher auf Höhenmeter und Fahrtechnik sowie Fahrspaß. Die Halde Hoheward bietet für jeden Biker etwas. Freeride, Jumpline, Downhill und Cross Country (XC). Unser Fokus lag heute eher auf der XC Strecke von Hoheward und dem Freeride Bereich auf Hoppenbruch. Doch vorher führte uns unser Weg am Bike- und Skatepark an der Zeche Recklinghausen II vorbei.

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Ich bin sicher, dass wir hier im Sommer „kaum“ auffallen würden. Erstens, fahren wir sehr steif und zweitens, würden wir sicher den Altersdurchschnitt etwas nach oben schrauben. Mike und Tobias machten schon eine recht gute Figur auf dem Rundkurs, das häufige Training macht sich langsam bemerkbar. Aber wir haben noch viel Luft nach oben.


Aussicht von Halde Hoheward

Nun ging es an den Aufstieg, auf die Halde Hoheward. Mit etwa 100 HM eine durchaus lösbare Aufgabe. Im Zick Zack Kurs wagten wir den Aufstieg über den XC-Zubringer bis zum Obelisken. Tobias war heute zum ersten mal hier oben und war von der Aussicht durchaus beeindruckt. In welche Richtung man auch sah, immer gab es etwas zu entdecken. Problemlos konnte man die Veltins Arena in Gelsenkirchen sehen, das Tetraeder in Bottrop, den RWE Tower in Essen, das EON Kraftwerk in Datteln und jede Menge Fördertürme. Ohne Witz? Einer der schönsten Orte der Welt, wie ich finde.


Beeindruckender Seitenwind

Nun gut, wir waren ja zum fahren hier, also machten wir uns auf den Weg zum Start des XC Rundkurses. Der Wind frischte auf und machte das Atmen teilweise schwer. Angekündigt waren Böen um die 95 km/h und so fühlte sich das auch an! Du musstest wirklich alles festhalten, was Dir heilig ist. Sonst wäre es auf nimmer Wiedersehen in die Umgebung geweht worden!

Schon auf dem Weg zum Start, drückte der Wind so dermaßen von der Seite, dass wir uns bei Schrittgeschwindigkeitstempo schon zur Seite lehnen mussten, um nicht vom Weg ab zu kommen. Mike hat es 1- oder 2-mal in die Wiese gepustet. Sehr beeindruckend.

Beindruckend auch der Moment, als wir uns am Start des XC-Rundkurs startklar machten und die Bikes sprichwörtlich abhoben! Denn wenn man das Rad am Lenker und am Sattel festhielt, fing es an zu fliegen! Man kann das im Video auch kurz sehen (0:20). DAS hatte ich so noch nicht erlebt und wir waren im vergangenen Jahr auch bei Wind und Wetter unterwegs.

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Die Abfahrt selber war dann recht angenehm. Die ersten Meter waren noch sehr schwer, denn der Wind pustete uns wieder den Berg hinauf und zwang uns kurz die Strecke zu verlassen (0:38). Nach der ersten Passage hatten wir dann aber Rückenwind (1:10) und spätestens ab dem Stück hinter der Halde (1:38) war es dann wieder deutlich windstiller, so dass wir den XC-Rundkurs entspannt fahren konnten.


Der Einstieg in die Downhill- / Freeride- und Enduro- Strecke

Nun ging es um die Halde Hoheward herum, an der Zeche Ewald vorbei und wieder hinauf, auf die Halde Hoppenbruch. Das Mekka für Mountainbiker und Revier des Freeride Club Herten e.V. Nach ein paar Minuten erreichten wir den Einstieg der Downhill- / Freeride- / Enduro- Strecke mit schöner Aussicht über Teile des Ruhrgebiets. Die Halde ist nicht ganz so hoch wie Hoheward, ist aber noch mehr für Biker geeignet, da sich überall kleine Abzweigungen bieten, die man mit dem Bike befahren kann. Außerdem hegt und pflegt der Freeride Club Herten die Halde und ihre Strecken mit viel Liebe zum Detail. Daher gibt es hier gut durchdachte Trails zu entdecken. 


Probesprung von neuen Drop

Hier machten wir etwas Pause und die Jungs fingen sofort an, die Drops zu begutachten und sich dafür zu entscheiden, den großen „Holzdrop“ heute nicht zu fahren. Aber das wird über kurz oder lang das Ziel sein, hier mal irgendwann geschmeidig in die Strecke zu starten. Für heute soll aber der neue, kleine Drop reichen, welcher rechts neben dem großen entstanden ist.

Ich habe mich hier mal zurück gehalten, denn ich hatte vor ein paar Tagen ein aufschlussreiches Telefonat mit Rotwild, dem Hersteller meines Bikes. Mit meinem C.1 Bike werde ich mich daher in Zukunft hauptsächlich den XC Trails widmen und für ein Fully sparen, welches für solche Strecken eher geeignet ist.


Probesprung

Nicht so Tobias und Mike, die konnten mit Ihren Fullys hier jetzt schon richtig viel Spaß haben und das hatten sie auch. Sprung für Sprung wurden sie sicherere, wobei uns Mike da offensichtlich eh schon einen Schritt voraus ist. Aber auch er lies es heute ruhig angehen, denn auf der letzten Haldentour hat er sich eine Verletzung zugezogen, welche er grade frisch auskuriert hat.


Aussicht vom „Holzdrop“

Wo liegt eigentlich die Schwierigkeit bei diesem Start? Nun, man hat drei Möglichkeiten in die Strecke zu starten. Entweder fährt man links am Holzdrop vorbei, hier sind ein paar kleine Stufen eingelassen, die man problemlos überfahren kann. Danach kommt ein steiler Berg, welcher einen direkt in einen Anlieger führt. Das ist meine favorisierte Einstiegsstelle, denn ich verlasse noch ungern den Boden mit dem Bike.

Dann gibt es neuerdings die Möglichkeit rechts an dem großen Drop vorbei zu starten. Hier ist ein kleiner Drop entstanden, welcher in erster Linie eine Herausforderung für den Kopf ist. Man sieht nämlich, dass nach dem Landen eine kleine Regenrinne kommt und danach geht es sofort den Berg hinunter. Ich bin hier noch nicht gesprungen aber ich denke, dass die Dämpfer des Bikes diese Rinne problemlos schlucken werden, auch wenn man nicht perfekt landet und man danach den Berg meistern muss. Dein Kopf sagt Dir aber, wenn Du den Drop nicht richtig stehst, wird dich die Regenrinne stürzen lassen und so macht Dein Kopf Alarm, wo Dein Bike kein Problem sieht. 

Königsdisziplin ist natürlich der Holz Drop. Er ist ca. 1 ½ Meter hoch und katapultiert einen, je nach Anfahrtsgeschwindigkeit, direkt in die Abfahrt. Sicher auch eine reine Kopfsache. Denn man wird keine 10 Meter fliegen, wenn man von hier startet. Aber für Anfänger wie uns, ist das sicher nicht geeignet. Dieser Drop ist, meiner Meinung nach, auch das Aushängeschild dieser Halde. Eines Tages werden wir ihn alle fahren können.

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Die Abfahrt lief wieder nach dem Motto: Jeder so, wie er kann. Sie endete jedoch überraschend am Fuße der Halde, weil ein Teil der Strecke überschwemmt war. Danach war der Flow raus. Mein Video hätte daher auch bei Minute 3:12 enden können, aber ich wollte die Strecke vollständig zeigen. Ich spüre langsam, dass ich mehr möchte, als mein Rad hergibt. Ich würde gerne mal über das ein oder andere Hindernis springen, traue mich aber nicht, aufgrund der zahlreichen Rahmenbrüche in der Vergangenheit. Auch weiß ich, dass mein Bike nicht dafür gedacht ist, irgendwelche Drops zu fahren. Das Gefühl fing im Bikepark schon an, zog sich über Halde Hoheward und hier auf Hoppenbruch war es dann schon ganz extrem. Ein geeignetes Fully muss her. Irgendwie!


Spielen im Schlamm

Nachdem wir am Ende unserer Abfahrt angekommen sind, entschieden sich Mike und Tobias spontan dazu, nochmal auf die Halde zu fahren um den Enduro Kurs für sich zu entdecken. Ich blieb unten, aus oben genannten Gründen. Die Jungs hatten dabei recht viel Spaß, wenn gleich Tobias sich auf den letzten Metern sehr, nennen wir es… Männlich… verletzt hat. Na ja, Familienplanung ist wohl eh kein Thema mehr in seiner Familie. 🙂

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Zusätzliche Infos:

Bike- und Skatepark
Bike- und Skatepark Zeche Recklinghausen II
Cranger Straße
45661 Recklinghausen

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