Ein Besuch am Trailground Brilon

Ich und Bikepark. Na gut, ich war noch nie zum Fahren da. Mit meinem Hardtail kommt da sicherlich keine Freude auf. Aber der Trailground in Brilon ist kein klassischer Bikepark. Auf 3 Bergen verteilt, wurden verschiedene Trails angelegt, künstliche Hindernisse installiert, Anlieger aufgeschüttet und eine detaillierte Beschilderung eingerichtet. Die Trails werden gepflegt und sollen sich auch von Anfängern gut fahren lassen. Ich lenke ein und bin dabei.

Wir wollen schon früh los, denn die Anzahl der Parkplätze ist begrenzt. Das Wetter ist heute eher durchwachsen, was unserer Laune aber keinen Dämpfer verpasst. Tobi sammelt mich zu Hause ein, die Räder sind schnell montiert und so geht die Reise los, es geht in Richtung Sauerland. Ist ja nicht so, als wären wir nicht erst vor ein paar Wochen hier in der Gegend unterwegs gewesen (Tag 1, Tag 2). Aber das Sauerland ist einfach so unglaublich schön zu fahren. Vom Ruhrgebiet aus ist man in etwas über einer Stunde Fahrt schon da. Berge, Natur, gute Luft. Was willst du mehr?

Wir waren schon relativ früh da, damit wir noch einen brauchbaren Parkplatz ergattern konnten. Habe ich ja schon erwähnt. Nass, feucht, 12°C. Der Parkplatz war weitestgehend leer. Hätten wir uns also die frühe Anreise sparen können. Geschenkt, bei besserem Wetter ist hier sicher mehr los. Nach dem ersten großen „Hallo“ ging es dann auf die Räder und ab zur Infotafel. „Was darf es denn heute sein?“ – „Natürlich Menü 3B, die drei Berge Tour!“ Mit 17,3 km und 505 HM eine durchaus überschaubare Distanz.

An dieser Stelle kurz ein paar Informationen zur Location. Der Trailground liegt direkt vor den Toren Brilons. Auf 3 Bergen wurden jede Menge Singletrails installiert. Man hat die Möglichkeit 3 verschiedene Touren zu fahren und dabei 1, 2 oder alle 3 Berge abzufahren. Natürlich kann man die Routen auch kombinieren, so das für jeden etwas dabei ist. Die Distanzen liegen dabei zwischen 7 und 17 Kilometern. Bei den Höhenmetern liegen wir zwischen 175 und 505. Die Anstiege sind auch für Anfänger meisterbar und ich persönlich hatte das Gefühl, dass man immer genau dann oben angekommen war, wenn es gerade anfing unangenehm zu werden.

Wir anfangs schon erwähnt, entschieden wir Flachlandpiloten uns natürlich für die 3B Strecke. Also 17,3 km und 505 Höhenmeter. Sie sollte uns über alle 3 Berge führen und uns jeden Trail zeigen, der hier zu fahren ist. Mit dabei waren Tobi, Oli, Chefchen, ein Kollege von Oli und meine Wenigkeit. Tobi und Oli hatten ihre Kameras dabei, welchen ich das unten angehängte Videomaterial verdanke.

Unsere erste Station: der Hängeberg und sein Hängeberg-Trail. Ein sehr schön zu fahrender Trail und genau der richtige Start in den Tag. Es ging zunächst mal hoch, von 499 m NN auf 543 m NN und dann natürlich wieder runter, von 543 m NN runter auf 490 NN. Obwohl der Trail lediglich 800 m lang war, war er genau das, was wir erwartet haben. Ein guter Einsteigertrail, bei dem alle auf ihre Kosten kamen.

Das nächste Ziel war dann die Bilstein-Aussichtsplattform. Der höchste Punkt unserer heutigen Tour und wohl auch der anstrengendste Anstieg. Wenn gleich „anstrengend“ wohl immer im Auge des Betrachters liegt. Ich hatte ja schon erwähnt, dass die Anstiege immer genau dann zu Ende waren, wenn sie anstrengend wurden. So auch diesmal. Der Anstieg machte aber ordentlich Laune, denn es war kein stumpfes hinauf pedalieren. Ein lustiger zick zack Kurs sorgte für Abwechslung. Enge Spitzkehren rundeten die Nummer ab. Wer nicht absteigen wollte, musste hier schon sein Vorderrad versetzten können. Genau nach meinem Geschmack! Insgesamt ging es von 490 m NN auf 639 m NN. Dabei wurde eine Strecke von 2,7 km zurückgelegt. Richtig geil.

Kurz vor dem Gipfel sind wir dann noch an einem Steinbruch vorbeigekommen. Eine sehr eindrucksvolle Kulisse, wenn ich das so sagen darf. Was Menschen so in Berge zaubern können, beeindruckend. Da bekommt das Sprichwort mit dem „Berge versetzten“ eine ganz neue Bedeutung. Aber der Steinbruch soll nur ein kleines Highlight auf unserer Tour sein. Ziel war ja die Aussichtsplattform, ganz oben. Der Steinbruch soll an dieser Stelle aber nicht nur aufgrund seiner beeindruckenden Optik Beachtung finden, nein, die letzten Meter, ab dem Steinbruch, ging es nochmal schön steil hinauf, bis zum Ausguck.

Oben erwartete uns dann das wohl markanteste Erkennungszeichen des Ausgucks. Die roten Baumstämme, die auf dem Gipfel aufgestellt sind und in den Himmel ragen. Normalerweise hat man hier einen richtig guten Ausblick, sagt man. Wir haben heute leider nur Milchsuppe präsentiert bekommen. Schade eigentlich, aber zu diesem Zeitpunkt war eh schon allen klar, dass wir heute nicht zum letzten Mal hier gewesen sind. Wir machten jetzt eine kleine Pause, schossen ein paar Fotos, knabberten ein paar Riegel und schon ging es wieder zurück auf die Trails.

Der nun anstehende Trail nennt sich „Bilstein-Downhill“ und führte uns von 639 auf 507 m NN und das bei nur 1,6 km. Man könnte es auch rasante Abfahrt nennen. Gute Laune ist daher garantiert. Alle kommen voll auf ihre Kosten und die Strapazen des letzten Aufstiegs sind vergessen. Der Trail ist ausdrücklich auch für Anfänger geeignet! Eine tolle Sache! Oliver hat die Kamera laufen lassen und später dann das unten angehängte Video geschnitten.

Nach der Abfahrt gilt es den dritten Berg unserer heutigen Tour anzusteuern. Vorher muss aber noch eine kleine Distanz zurückgelegt werden. Diese beinhaltet ein paar kleinere Steigungen, alles nicht der Rede wert. Aber es macht Spaß. Man kann sich austauschen, dummes Zeug labern und fachsimpeln. In einer der schnelleren Abfahrten muss man auch eine Straße überqueren. Wenn die Straße frei ist, kann man den Schwung der Abfahrt noch mitnehmen, denn danach geht es wieder einen Berg hinauf. Wir nähern uns den Trail um den Plattenberg.

Der Trail „um den Plattenberg“ macht und so viel Freude, dass wir ihn gleich noch einmal fahren. In Tobis Video kommt der Trail ab Minute 8:59 vor. Ich muss hier kurz erwähnen, dass Tobi hier clever geschnitten hat. Er pfeffert einen Trail herunter und unterschlägt die danach folgende Auffahrt. Der Film startet quasi dort, wo wir die Auffahrt absolvieren und er bereits oben steht. Im Video entsteht so der Eindruck, dass wir den Trail wie Schnecken hinaufschleichen. Das ist nicht so! ?

Nachdem wir uns „um den Plettenberg“ ausgetobt hatten, ging es wieder weiter. Der letzte Trail war der „schwarzes Haupt“. Auch hier galt wieder: machbare Anstiege, tolle Abfahrten. Unterwegs begegneten uns auch eine Hand voll Leistungssportler, welche so im Tunnel gefangen waren, dass sie weder klingeln noch grüßen konnten. Schon hart, wenn man so in Trance ist, dass man nicht einmal kurz grüßen, klingeln oder „danke“ sagen kann. Hartes Los.

Der letzte Trail war gerockt, Zeit um zum Parkplatz zurück zu fahren. Auf dem Heimweg gab es aber noch ein paar weitere Trails, die man prima in die Tour mit einbauen konnte. Bei einem der Trails gab uns eine freundliche ortskundige Bikerin einen Tipp mit auf den Weg: „Wenn da langsam steht, erster Gang!“ Und wir so: „Yeah, danke!“ Ein paar Minuten später verkackten wir alle an der Stelle, wo „langsam“ steht, vergaßen alle in den ersten Gang zu schalten und mussten so alle ziemlich blöd anhalten und kurz mal schieben. Ja so ist das mit den Flachlandpiloten… Alles Anfänger. ?

Am Parkplatz angekommen trennten sich unsere Wege wieder. Teilweise. Tobi, Oli und ich machten uns noch zu einer zweiten Tour auf. Leider wurde sie schon nach der ersten Abfahrt beendet, weil sich Oli ein Stock zwischen die Kette hämmerte und seine Kassette danach defekt war. Na und dann heißt es halt „einer für alle und alle für einen.“ Wir sind dann zusammen zum Parkplatz zurück und der Tag war beendet.

Fazit:

Der Tag auf dem Trailground Brilon war ein sehr gelungener Tag. Die Trails sind sauber, schön angelegt und beinhalten Hindernisse, welche man auch als Anfänger fahren kann. Ist einem ein Hindernis zu abenteuerlich, kann man auch mühelos ausweichen. Der Trailground eignet sich auch um mit seinen Kindern mal eine Runde zu drehen. Klar, die sollten schon ein paar Erfahrungen auf ihrem Rad gesammelt haben, aber vom Schwierigkeitslevel her ist da nichts Unmögliches dabei.

Ich kann es jedenfalls kaum erwarten, hier mal mit meinem Enduro fahren zu können.

Hier jetzt noch die angesprochenen Videos:

{youtube}EvMCczykixk{/youtube}

„Schwarzes Haupt“ und „Um den Plattenberg“

{youtube}OBpj89yKI7c{/youtube}

„Panorama Trail“, „Kyrill-Uphill“ und „Schöne Aussicht“

{youtube}w3OQirMFyAs{/youtube}

Die 19 Minuten Zusammenfassung von Tobi:

{youtube}iSwn8mmKsY0{/youtube}

 

Die Tour bei Strava:

Weiterführende Links:

Offizielle Homepage des Trailground Brilon

FreeriderNRW.de

Olis YouTube Kanal