Meine Eiertour

Nicht erst seit Corona besuchen wir regelmäßig den Hofladen des Bauer Godde in Herten. Frische Milch, frische Kartoffeln, leckere Kekse und Eier von glücklichen Hühnern, was willst Du mehr? Ich kann den Besuch beim Bauern aber auch mit einer kleinen angenehmen 25 km Tour kombinieren und genau davon will ich Dir heute mal erzählen.

Unterwegs im Namen des Herrn

Wir wohnen so günstig gelegen, dass ich innerhalb weniger Meter in einem Park oder Wald bin, welcher mich innerhalb kürzester Zeit zum Rhein-Herne-Kanal oder zu einer Trasse bringt.

Von dort ist man dann recht komfortabel und schnell an allen wichtigen Punkten des Ruhrgebiets. In meinem Fall heute halt beim Bauer Godde in Herten.

Mein Weg führt mich dafür zunächst in Richtung König-Ludwig-Trasse, welche am Rhein-Herne-Kanal in Höhe von Castrop-Rauxel Bladenhorst startet und erst kurz vor Datteln wieder endet. Hier wird noch gebaut, aber dazu in einem anderen Beitrag mehr.

Die Trasse führt mich über die A2, wo man einen schönen Blick auf die Halde Hoheward erhaschen kann. Sie endet für mich an der Ortlohstraße und geht dann in Richtung Recklinghausen Ost. Passiert man dann den Herrn Jesus Christus, gibt es auch die ersten spürbaren Höhenmeter auf die Beine. Lustigerweise fällt mir erst in der Analyse auf, dass es bis Hillen, die ganze Zeit nur bergauf ging. Aber das merkt man dank der Trasse nicht wirklich. Die Trasse kann man auch gut mit der ganzen Familie fahren.

Objekte der Begierde, 20 Eier und ne kleine Flasche Milch

In Hillen geht es dann wieder den Berg hinunter. Man könnte sich den Berg auch sparen, aber wo bliebe denn da der Spaß? Leider habe ich versäumt, „oben“ ein Foto zu machen. Würde sich aber sicher lohnen, denn die Gegend besticht durch ihre Felder und Aussicht auf die Region. Aber Aussicht bekommen wir später noch auf Hoheward, also weiter in Richtung „Radweg Zechenbahntrasse Blumenthal“.

Der Radweg wird später zur „Zechenbahntrasse Allee des Wandels“. Hierbei handelt es sich um einen Fuß- und Radweg, welcher die Städte Herten, Recklinghausen und Gelsenkirchen miteinander verbindet. Der Weg führt an ehemaligen Bergwerks- und Industriestandorten der Städte Gelsenkirchen und Herten vorbei und nutzt dazu eine Strecke, auf der fast 100 Jahre lang Kohle und Koks transportiert wurden: die Zechenbahntrasse.

Mich sollte sie aber zunächst einmal zum mehrfach erwähnten Hofladen bringen.

Zechenbahntrasse Allee des Wandels

Kommt man aus Herten, kann man die Allee des Wandels schön bis zur Halde Hoheward durchfahren. Das sind rund 5 km und es geht leicht bergab. Sehr angenehm und schön zu fahren. Immer mal wieder gibt es kleine Ruheoasen, wo man kurz anhalten und verschnaufen kann, wenn man mit Inlineskates oder zu Fuß unterwegs ist. Mit dem Rad und bei entsprechender Kondition lohnt es sich nicht zu halten. Aber das kann ja jeder selber entscheiden. Von der Halde aus kommend zieht sich die Strecke. Da hat man mit einer winzigen Steigung von 0,4 % auf 5 km zu kämpfen und das merkt man dann doch schon etwas. Aber wie gesagt, alles im Rahmen.

An der Halde Hoheward angekommen, hat man natürlich den ganzen Spielplatz zur freien Auswahl. Ich habe heute herausgefunden, dass die lange Asphaltstrecke auf nordwestlicher Seite der Halde den Namen „Karakterberg“ trägt. Das wusste ich bisher nicht und es ließ mich innerlich lachen, als mir das Navi sagte, dass ich da jetzt hochfahren sollte. Aber ich verzichtete darauf und wählte einen anderen Weg hoch.

Blick auf Zeche Ewald

Zum Thema Halde muss ich an dieser Stelle ja nichts erzählen, nehme ich an. Das habe ich ja schon sehr häufig gemacht und auch in zahlreichen Videos behandelt. Wenn Du neugierig bist, dann besuche mal meinen YouTube Kanal, da gibt es reichlich Halden-Content.

Ganz hoch bin ich heute nicht gefahren, wobei es mich ja immer in den Beinen juckt. Runter will ich dann aber immer über irgendwelche Trails, denn ich will mich ja für den Uphill belohnen. Aber mit 20 Eiern im Rucksack ist das offen gesagt sicher keine gute Idee. Daher bin ich die Halde nur bis zum obersten Ring hinaufgefahren, um dann später an der Drachenbrücke wieder auf normalen Wegen runterzufahren. Laaaangweilig, ich weiß. Aber die Vernunft siegt.

Von einem kleinen Missgeschick will ich dann aber doch berichten. Als ich grade eine Passage hinauf getrampelt bin, war mir so, als wäre ein kleines Insekt in mein Trikot geflogen. Sicher war ich mir aber erst, als ich ein, zwei, drei, vier kleine Stiche auf meinem Oberkörper spürte! Aber ich konnte jetzt nicht anhalten, weil ich sonst den Rest hätte schieben müssen! Oben angekommen, zog ich das Trikot hoch und ein Vieh flog heraus! Es wurde aber auch nichts rot oder so, Glück gehabt.

Gefangen hinter der Rentnergang

Nachdem auch die Halde absolviert war, standen schon 21 km auf dem Tacho. Eine schöne Strecke, wie ich finde. Ich entschloss mich aber, jetzt an der Emscher entlang nach Hause zu fahren. Das sind dann nochmal so 6 – 7 Kilometer, bis ich wieder zu Hause bin.

3,6 dieser Kilometer kann man entspannt pedalieren, dann muss man auf Straßen wechseln, welche durch ein Wohngebiet führen. Aktuell ist da aber, wie fast überall auf den Straßen, nicht viel los und so kann man ganz entspannt an sein Ziel kommen.

Ach ja, „entspannt“. Jede Menge Leute entdecken derzeit für sich das Radfahren neu. Das ist natürlich zu begrüßen, denn nur so bekommen wir Radfahrer auch eine Lobby. Aber es sorgt auch dafür, dass die Sonntagsradler nun auch wochentags unterwegs sind.

So ist es mir heute passiert, dass ich ein paar hundert Meter hinter einer Rentnergang „gefangen“ war, weil sie mein Klingeln nicht hörten, oder hören wollten. Na ja, ich bin da ja entspannt unterwegs und das möchte ich auf diesem Weg auch allen meinen Lesern mitgeben. Wenn Euch sowas passiert, bleibt entspannt! Freut Euch, dass auch andere Leute auf dem Rad fahren, ärgert Euch nicht, seit freundlich und nehmt es mit Humor.

In meinen Fall ist die Gang weiter den gesperrten Radweg gefahren und hat mir so den Weg frei gemacht. Sie hätten wissen können, dass der Weg gesperrt ist. Es stand ja ein entsprechendes Schild auf dem Weg. Aber wer lesen kann…