Zwangspause

Mit einer Gesamtlänge von etwas über 20 Kilometern ist die Tour zum Schiffshebewerk in Waltrop eine schön zu fahrende Tour. Man kann Kondition aufbauen und bleibt stets mit den Rädern auf dem Boden. Baustellenbedingt verlängerte sich meine Tour aber um rund 10 Kilometer und so hatte ich schon 20 Km auf dem Tacho, als ich am Schiffshebewerk ankam. Am Museum halte ich dann immer für einen Moment an, versorge die sozialen Medien mit einem kleinen Instagram Post, trinke ein Schluck und mache mich dann wieder auf den Heimweg.

So auch heute. Ich schoss also am Yachthafen wieder zurück auf den Weg am Rhein-Herne Kanal entlang. Da der Weg aber auf Höhe des Landschaftsarchäologischen Parks derzeit gesperrt ist, muss man kurz nach der Unterführung der A2 in ein kleines Waldstückchen abbiegen und so einen kleinen Umweg fahren. Ich biege also in das Waldstückchen ab und als ich grade wieder zu trampeln beginne, vernehme ich einen Knall, dicht gefolgt von einem schleifenden Geräusch. „Huch!“ denke ich, „ein Platten?“ Ich reduziere sofort die Geschwindigkeit und schaue nach unten auf den Reifen, der ist aber noch ok. Ich halte an.


Der Waldweg

Ein prüfender Blick auf der linken Seite zeigt nichts. Ich gehe auf die andere Seite des Rades und auch dort finde ich zunächst nichts. Das Geräusch könnte auch ein berstender Rahmen gewesen sein, das kannte ich ja von meinen beiden Haibikes. Die Sattelstange war jedoch noch ok, aber als mein Blick auf den Hinterbau wanderte, entdeckte ich den Bruch! Die Stange unter der Kette hatte sich verabschiedet. Ich begann zu fluchen. Sehr laut. Wäre ich Regisseur, ich würde das Waldstück von oben zeigen und nach den Flüchen würden Vögel aufsteigen, Mütter würden Ihren Kindern die Ohne zuhalten und ein alter Sehfahrer würde auf den Boden spucken und sagen: „Arrrr, hat der Junge denn keine Manieren?“


Rahmenbruch ist ein Spielverderber

Nicht schon wieder. Wieso schon wieder ich? Was mache ich nur falsch? Bin ich zu schwer? Ich reise heute nur mit leichtem Gepäck, wiege das ganze Jahr über schon zwischen 110 und 112 kg und komme auch mit vollem Rucksack nicht an die 120 kg, die immer als maximales Fahrergewicht im Raum herumgeistern. Was werden die Jungs bei FunCorner denken, wenn ich mich zum dritten mal wegen einem gebrochenen Rahmen bei denen melde. Die müssen mich doch auch für einen Idioten halten oder denken, ich will sie verarschen. Dabei liegt mir nichts ferner als irgendjemanden mit meinen Wehwehchen zu nerven. Ich will doch nur biken!


Kein Bruch der Schweißnaht.

Ich fotografierte den Waldweg und den Schaden und verschickte ein paar Nachrichten. Eine an meine Frau, damit sie weiß, dass ich wohl später nach Hause komme und eine an meinen Kumpel „das ist ein Rotwild Junge, das kriegst Du nicht kaputt!“ Alex. Beide sind erschüttert.


Es war eine schöne Zeit, ich würde das Bike sofort wieder nehmen!

Danach machte ich mich auf den Heimweg und schob mein kaputtes Bike die letzten 8 Kilometer nach Hause. In den Fahrradschuhen ist das mal eine ganz eigene Herausforderung. Aber gut, ich brauchte die Zeit für mich und mein Bike. So wie die letzten beiden male auch. Man muss sich innerlich damit abfinden, was hier passiert ist, sonst ist man zu Hause angekommen, relativ unentspannt.

Ich kontaktierte meinen Händler und auch Rotwild bot über Twitter seine Hilfe an. Die Sache ist nun in Abwicklung. Ich bin gespannt was passiert und halte Dich hier auf dem Laufenden.