Bike Nummer 1: Ein Haibike Q FS SE in 26″


Ins rechte Licht gesetzt: Mein Haibike Q FS SE in 26″

Hier gab es ein Haibike Q FS SE in 26“, mit TOP Komponenten aus dem Jahre 2013 zum Schnäppchenpreis. Ich recherchierte also den Hersteller und was ich fand, war in Ordnung. Eigenes Racing Team, einige Erfolge, ich konnte nicht sagen, dass mir nicht gefiel, was ich sah. Ich hatte allerdings noch ein paar Fragen. Ich bin ja Anfänger und wollte natürlich alles richtig machen. Welchen Rahmen brauche ich, welche Pedale? Mein Gott, brauche ich Pedale zu einem so teuren Rad? Darüber hatte ich mich schon bei meinem Kollegen Alex lustig gemacht, der ein Rotwild für einen unmenschlichen Preis kaufte und dazu noch Pedale brauchte. Aber gut, ich weiß nun, dass es Standard Pedale dazu gibt, man aber schon ins Zubehör Regal greifen sollte. Man will ja nicht aussehen, wie ein Anfänger. *hust* Fun-Corner antwortete auch umgehend auf meine Fragen, konnte mir das Thema mit der Schrittlänge erklären und kurzerhand bestellte ich das Bike.


Frisch ausgepackt

Ich erinnere mich noch gut an die Warterei. DHL machte eine Paketankündigung für Montags. Ich nahm mir einen Tag Homeoffice, denn ich wollte keinen Nachbarn in Verlegenheit bringen, das riesen Paket in Empfang zu nehmen. Montag erschien natürlich niemand. Also bleib ich Dienstag auch zu Hause. Wieder nichts. Mittwoch das gleiche Spiel. Donnerstag kam mir das echt zu blöd vor und so fuhr ich wieder ins Büro. Nicht aber ohne meinen Nachbar Klaus ins Boot zu holen. Ich bat ihn um den Gefallen, das Paket entgegen zu nehmen, sollte es denn vor dem Wochenende noch eintreffen. Freitags ging dann alles ganz schnell. Meine stündliche Paketabfrage bei DHL änderte sich von „ist in Hannover“ zu „wurde zugestellt!“. Freude!

Aus dem Keller habe ich das Paket dann mit meinem kleinen Sohn geschleppt, welcher ungefähr die gleiche Körpergröße hatte, wie das Paket in der Höhe. Na gut, Nico war 2 Köpfe größer, aber er wollte Papa helfen. Spannung machte sich breit. Ich packte den Bausatz aus und machte sogleich den ersten Kratzer in den Lack. Läuft! Aber schon nach gut einer halben Stunde stand ein halbwegs einsatzbreites Haibike in der Garage. Und junge, ich würde es wieder kaufen! Es sah toll aus.


Die erste Probefahrt

Die Komponenten waren klasse, hier ein Auszug:

Rahmen: Aluminium 6061 double butted, four link system, hydroforced tubeslightweight-tubing
Dämpfer: Rock Shox Monarch RT3, Federung: Luft, Dämpfung: Öl
Gabel: Fox 32 Talas CTD O/C, lockout, Federweg: 120-150mm

Umwerfer: Shimano SLX M 671, Direct Mount
Schaltwerk: Shimano Deore XT M 781, 30-Gang
Schalthebel: Shimano Deore SL-M 591, Rapidfire
Kettenradgarnitur: Shimano M 552, 42-34-24 Zähne
Innenlager: Shimano PressFit MTB

Bremse (vorne): Magura MT 2, hydraulische Scheibenbremse, 180mm Disc
Bremse (hinten): Magura MT 2, hydraulische Scheibenbremse, 180mm Disc
Bereifung: Schwalbe Nobby Nic, 26×2,25 faltbar, SV Ventil

Speichen: DT Swiss Competition, schwarz 2,0/1,8/2,0mm
Lenker: XLC EVO, flatbar, oversize

Sattel: Selle Italia X1


Falsches Wetter gab es nicht, nur falsche Kleidung

Und wir machten gemeinsam richtig Meter. Bei Wind und Wetter waren wir unterwegs. Jeden Tag zur Arbeit hin und zurück. Je nach Streckenauswahl, immer rund 40 Kilometer am Tag. Den Sattel lernte ich zu hassen, denn der ist wirklich unangenehm. Aber Komfort gibt es nicht, hier handelte es sich um ein Sportgerät und in einem puristischen Rennwagen hast Du auch keine Komfort Sessel. Jedenfalls nicht, wenn du es nicht willst.


Natürlich fand sich in meinem Büro auch ein Plätzchen für das Bike. Garage können andere.

Gemeinsam fuhren wir die Halde hoch und wieder herunter. Ich lernte die Dämpfer zu bedienen und es schien eine wirklich schöne Freundschaft zu werden. Im Büro stand das Rad natürlich hinter meinem Stuhl, nicht in der Garage. Das habe ich bei allen anderen Rädern beibehalten und werde ich wohl auch nach wie vor. Wie gesagt, eine schöne Zeit.


Rahmenbruch, das Ende einer Freundschaft

Doch dann machte mein neuer Freund einen Fehler, der nicht wieder gut zu machen ist. Er versagte. Es war kein Platten, oder keine Acht in der Felge, keine Sache die nachvollziehbar gewesen wäre, es war ein Rahmenbruch. Ich befand mich auf dem Heimweg und fuhr einen abgesenkten Bordstein hoch. Plötzlich höre ich einen Knall und das Rad bewegt sich wie bei einem falsch eingestellten Hinterachsdämpfer, es wabbelt nur so durch die Gegend. Ich habe Glück, denn ich komme schnell genug aus den Klickpedalen heraus und vermeide so einen Unfall.

Ich trete einen Schritt zurück und betrachte mein Bike. Ich kann keinen Fehler finden. Zunächst vermutete ich, dass der Dämpfer für die Hinterachse geplatzt sei. Vielleicht habe ich den falsch eingestellt oder so. Ich bin knurrig. Dann stelle ich fest, dass der Dämpfer ok ist. Jedoch ist der Rahmen gebrochen. Och… Hat mich das Bike eben fett genannt? Ich schieße ein Foto mit dem Handy und schicke es per Mail direkt an Fun-Corner. Danach schiebe ich das Rad langsam nach Hause. Sauer? Sauer ist gar kein Ausdruck.


Rahmenbruch unter der Schweißnaht

Fun-Corner reagiert schnell und verspricht eine umgehende Regulierung des Schadens. Ich muss sagen, von den Leuten da bin ich zu keiner Zeit enttäuscht gewesen. Hier hat man sich sehr gut um mich gekümmert, wenn auch im Nachhinein betrachtet die Abwicklung vielleicht etwas schneller hätte gehen können. Zwischen Fun-Corner und Haibike war mal ein paar Wochen Funkstille, aber das Ergebnis hinterher zählte. Man übernahm die Kommunikation mit Haibike, übernahm die Rücksendegebühren und handelte einen guten Deal für mich aus. Ein neues, 2014er Haibike Q FS RC in 27.5″. Neupreis, ca. 2700 € und dazu noch in schwarz gelb. Borussenherz, was willst Du mehr? Das Bike hielt rund 2 Monate und rund 1000 Kilometer.