Und bei Dir so? – KW 02/19

Sonntag – 06.01.2019

Finish Line tubeless Dichtmilch

Die Gelegenheit war günstig. Auf der Weihnachtsfeier von WatzUp hatte ich mir im vergangenen Jahr eine Flasche Dichtmilch gekauft. Ich hatte bisher immer eine Bontrager Milch verwendet um tubeless zu fahren, aber meine Milch war mittlerweile leer. Mir ist die Milch dort im Laden schon häufiger aufgefallen. Mich hat dabei besonders der Stracciatella-Look irgendwie angesprochen. Also warum nicht mal was Neues testen? Der Liter Milch kostet um die 30 €. Da weint das Herz des Milchbauern aus der Region…

Da ich mir nach Silvester irgendwie auch den Mantel am Hinterrad zerstochen habe, konnte ich hier zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Neuer Mantel drauf, neue Milch rein. Lasset die Testphase beginnen! Was will man mehr?

Die Montage ist, dank meinem milKit Tubeless Compact Service Kit, denkbar einfach. Die Felge schön sauber machen, Felge und tubeless Band auf Schäden prüfen und dann den neuen Continental XKing Mantel montieren. Danach die Dichtmilch durch das Ventil einfüllen und Luft auf den Reifen geben. Ich nutze dazu immer meinen Werkstattkompressor, aber auch mit einer normalen Standluftpumpe hatte ich bisher keine Probleme bei der Montage. Es gibt aber Unterschiede bei der Dosierung. Während die Bontrager Milch nur 90 ml verlangt, fallen bei der Finish Line Dichtmilch gleich 120 – 150 ml an für das 29″ Laufrad an. Na wenn es hilft.

Ich war positiv überrascht. Ich gab die gewünschten 2,5 Bar Luftdruck auf den Reifen und er ploppte auf. Danach war er dicht. Das hatte ich so noch nie erlebt. Kein Schütteln, kein Wackeln, kein gar nichts. Einfach dicht. Ich fuhr ein paar Meter bis zur Hauptstraße und wieder auf den Hof zurück. Das wars. Kein Zischen, keine spritzende Milch. Ich unterzog den Mantel noch einer Feuchtigkeitsprüfung, aber auch hier war nichts zu erkennen. Fantastisch!

Die eigentliche Bewährungsprobe sollte dann aber morgen kommen, wenn es wieder mit dem Rad zur Arbeit ginge.

 

Montag – 07.01.2019

Schön frisch da draußen

Endlich wieder Montag, endlich wieder mit dem Rad zur Arbeit. Na ja, „endlich“ und „Arbeit“, Du weißt schon. Es wurde Zeit um das neue Setup am Hinterrad zu testen. Die erste gute Nachricht? Die gestern eingebrachte Luft, war heute noch im Reifen. Ich prüfte die Karkasse mit zwei Fingern und steckte auch die Luftpumpe an. 2,5 Bar, wie gewünscht. Der Reifen ist dicht. Das ist gut, denn das ist nicht immer so selbstverständlich.

Also ging es los. Temperaturen um 2 °C sorgten für frostige Stimmung. Dazu noch viel Regen vom Wochenende. Die Wege sahen entsprechend aus und ich hinterher auch. Ich habe derzeit wieder diesen kleinen Fender von Decathlon unter dem Sattel montiert. Klar ernte ich dafür gelegentlich Hohn und Spott. Aber letztendlich läuft MIR ja die Suppe den Rücken runter und nicht den Gelegenheitsradlern, die solche Schutzbleche unästhetisch finden.

Am Ende des Tages hatte die Kombination aus neuem Mantel und Finish Line Milch die ersten 42 km aber anstandslos überstanden. Reifendruck noch immer top, der Reifen dicht, alles super. Warum nicht immer so? Wenn das so weitergeht, könnte es eine schöne Bike-Woche werden.

 

Dienstag – 08.01.2019

Ich fahre jetzt Humvee

Da ich mir ja im vergangenen Jahr bei meiner Endura MT500 Wasserdichte Regenhose II ein blödes Loch am Hintern eingefangen habe, musste nun kurzfristig Ersatz her. Da ich grundsätzlich mit der Qualität bei Endura sehr zufrieden bin, entschied ich mich für die Endura Hummvee Wasserdichte Hose. Die Namen klingen alle sehr sperrig, ich weiß, die Hosen heißen aber tatsächlich so. Ich habe die Humvee am 18.12.18 bei BMO für 94,90 € zzgl. Versand geschossen. Und heute nun sollte es dann soweit sein, die Hose durfte sich beweisen. Ich vermeide das Wort „endlich“ ganz bewusst, denn eigentlich habe ich die Schnauze langsam wieder voll vom Regen. Aber gut, heute durfte die Hose mal zeigen was sie kann.

So richtig gefordert wurde die Hose erst auf dem Heimweg. Da hatte ich einen ausgezeichneten Wettermix bestehend aus Regen über Graupel über Wind. Radlerherz, was willst du mehr? Alles sehr unangenehm, aber dank der Kleidung kein Problem. Wenn wir ehrlich sind, kann ich mir über die Hose natürlich erst ein Urteil erlauben, wenn sie ein paar Mal zum Einsatz gekommen ist. Aber der erste Eindruck ist gut.

Im Vergleich zur MT500 muss ich aber sagen, sie sitzt nicht so bequem wie die MT500. Auch rutscht sie mir nach einiger Zeig langsam vom Hintern, was zu Wassereinbruch führen kann. Das liegt aber vermutlich weniger an der Hose, als mehr an meiner Anatomie. Die Humvee hat ein anderen Verschlussmechanismus an den Füßen als die MT500. Während bei der MT500 ein einzelner Reißverschluss ausreicht, hat die Humvee eine Kombination aus Reiß- und Klettverschluss um die Hosenenden zu verjüngen. Details zeige ich Dir aber später noch in einem ausführlichen Review zu der Hose.

Fazit: Der Regen kann kommen. Die Kombi aus Specialized Schuhen, Endura Jacke und Hose mache Lust auf schlechtes Wetter! Okay, das mit der „Lust“ war gelogen.

 

Mittwoch – 09.01.2019

Ein kleines Missgeschick und seine schönen Folgen

Der Tag begann mit einer ungewollten Überraschung. Als ich zur Arbeit starten wollte viel mir auf, dass ich mein Chinakracher gestern Abend wohl nicht vom Akku getrennt hatte. Somit zog die Bereitschaftsleuchte über Nacht den Akku leer. Um 7 Uhr, ohne Licht durch den Wald? Keine gute Idee. Ich wollte auf keinen Fall einem von den Leuten werden, für die ich Geld an die DKMS spende. Ich hatte also eine erzwungene Gleitzeit. Gegen 8:30 war es dann so hell, dass ich mich endlich auf den Weg machen konnte. Es hatte die letzten Tage viel geregnet und auch die Prognosen für die kommenden Tage sehen nicht gut aus. Aber heute, ja heute schien die Sonne.

Sonne, das ist Balsam für die Seele. Hier tanke ich auf, besonders im Winter. Endlich konnte ich mal wieder die Dinge sehen, an denen ich sonst nur stumpf und in absoluter Finsternis vorbeifuhr. Alle Wege haben unter dem Wind und dem Regen der letzten Tage echt gelitten, überall liegen Äste verstreut, mal kleine, mal große. Dazu dann noch die Reste von Silvester. Hier kann man gut sehen, dass die Infrastruktur für Fahrräder gerne vernachlässigt wird. Da wundert es mich natürlich auch nicht, dass ich mir in den letzte Woche wohl einen Mantel gekillt habe.

Im Hellen habe ich dann auch festgestellt, dass mein Hinterrad wieder eine Unwucht hat. Sonntag habe ich das noch gecheckt, als ich das Hinterrad für meinen kleinen Test umgebaut habe. Da habe ich noch nichts Entsprechendes feststellen können. Auch fiel mir auf, wie dreckig mein Bike mittlerweile ist. Gott, dass Ding muss 1 – 2 kg Schlamm am Rahmen mit sich herumtragen. Himmel, lass uns mal über Infrastruktur reden!

Im Büro angekommen, versuchte ich dem Akku wieder Leben einzuhauchen. Er war so entladen, dass er nicht einmal die Ladeelektronik gescheit unterstützen wollte. Zur Erklärung. Wir der Akku geladen, schaltet die Kontroll-LED am Ladegerät auf rot. Ist er voll, wird die LED grün. In meinem Fall blieb sie einfach nur grün. Kein gutes Zeichen. So zitterte ich, bis kurz nach 15 Uhr, ob der neu erworbene Akku schon direkt wieder kaputt war. Aber ab 15 Uhr schwenkte die LED auf rot und der Akku wurde wieder normal geladen. Freude stellte sich ein. Wir spotteten im Büro schon darüber, dass der Chinaschrott sein Geld nicht wert sei, dass wer billig kauft, immer zweimal kauft usw. Ja, stimmt auch alles, ich weiß das.

Meine Rückfahrt verlief dann auch problemlos, unter der mir bekannten Festbeleuchtung. Etwas nervös vielleicht, aber ich war mir meiner Sache doch sehr sicher. Der Tag endete dann in der Waschstraße einer örtlichen Tankstelle. Das konnte ich dem Bike ja nicht länger zumuten. Mittwochs ist immer Technik-Tag. Meist wird dann geölt und die Technik geputzt, aber heute musste ich den Schlammmantel entfernen. Zuvor hielt ich dafür an meiner Garage an und seifte mein Bike noch ordentlich ein. Auch der F100 Kettenreiniger kam zum Einsatz. Danach fuhr ich zur Waschanlage und kärcherte das Bike ordentlich ab. Natürlich mit dem notwendigen Sicherheitsabstand.

Jetzt ist das Bike wieder sauber und kann schon morgen wieder frisch eingesaut werden.

 

Donnerstag – 10.01.2019

Stress mit dem Akku – Teil 2

Das hatte ich so nicht kommen sehen. Nachdem der Akku gestern ja doch noch ein Lebenzeichen von sich gegeben hat, konnte ich ja auch noch erfolgreich die Heimreise antreten. Ich war sicher, das Thema ist durch und alles ist gut. Frohen Mutes stellte ich später dann das Bike in den Keller und trennte Lampe und Akku voneinander. Ein leerer Akku, das sollte mir nicht wieder passieren.

Bis ich dann heute in den Keller kam, um zur Arbeit zu fahren. Ich stellte die Kabelverbindung wieder her und was war? Nix. Die grüne Kontrollleuchte an der Lampe blieb dunkel. Okay, jetzt nur nicht emotional werden und etwas zerstören. Ich trennte Akku und Lampe wieder und verließ den Fahrradkeller. Ich würde mich als leicht angesäuert beschreiben. Ich ging wieder in unsere Wohnung und organisierte mir eine Mitfahrgelegenheit zur Arbeit. Bike 2 Work fiel dann somit für mich aus. Egal, war heute es eh viel zu trocken für meinen Geschmack!

Auf der Arbeit angekommen gab ich dem Stück Elektroschrott dann noch eine Chance. Ich hängte den Akku wieder an den Strom. Diesmal war er auch innerhalb weniger Stunden geladen und (angeblich) voll einsatzbereit. Nach reiflicher Überlegung fasste ich aber dann doch den Entschluss: Nicht mit mir mein Freund! Ich lasse mich doch nicht von einem Stück Restmüll verarschen! Ich organisierte mir ein Retourlabel von Amazon und gab das Paket dann am Abend im Hermes-Shop meines Vertrauens ab. Morgen bestelle ich mir einen neuen Akku, das Geld für den alten soll ich ja eigentlich erstattet bekommen. Ich halte Dich auf dem laufenden.

 

Freitag – 11.01.2019

Ruhetag

Heute gab es leider kein Bike2Work für mich. Wir hatten am Abend auf der Arbeit noch eine Veranstaltung und dafür bildeten wir eine Fahrgemeinschaft. Ganz ohne Radthemen kommt dieser Tag aber auch nicht aus. Mein Akku ist ja in der Zwischenzeit auf dem Weg „nach Hause“. Ich brauche aber Ersatz. Ich bestellte also den gleichen Akku nochmal, wieder per Prime, wieder bei Amazon.

Am Rande erwähnt muss ich sagen: Wer seinen Lieferservice „Prime“ nennt und dann nicht in einem Optimus Prime Truck vorfährt, oder wenigstens als Transformer verkleidet an der Tür klingelt, den kann ich nicht ernst nehmen.

Der Akku wird wieder am Samstag geliefert. Ich bin gespannt, ob er besser funktioniert. Ich werde den entsprechenden Artikel dazu noch updaten und hoffe auf das Beste.

 

Samstag – 12.01.2019

Drucken mit Kevin Sames

2018 haben wir in Saalbach Kevin auf dem Hacklberg Trail kennengelernt. Er war dort alleine unterwegs und war uns sofort sympathisch. Kevin ist auch bei YouTube und Instagram unterwegs. Auf seinem Insta-Account hatte er in den letzten Tagen häufiger mal Bilder von 3D gedruckten Sachen präsentiert. In einer Story zeigte er zuletzt eine GoPro Helm Halterung, welche die 5er, 6er oder 7er Kamera sehr schön am Helm positioniert, ohne den Schirm mit Haltepads zu bekleben. Mein Interesse war geweckt.

Mein Helm kommt dafür vermutlich nicht in Frage, aber ich hatte noch ein anderes Anliegen. Ich suche noch eine maßgefertigte Halterung für meine GoPro Session, welche ich an der Schwinge meines Norco befestigen kann, um nach hinten zu filmen. Ich hatte das zwar schon mal mit irgendwelchen Adaptern gebaut, aber das sah wenig würdevoll aus und verrutschte ständig, da meine Schwinge nicht ganz symmetrisch (nennt man das so?) geformt ist.

Jedenfalls habe ich angefragt, ob er mit da helfen könne und er erklärte sich sofort bereit da was zu entwickeln. Jetzt muss ich noch ein paar Detailmaße liefern und meine Wünsche konkretisieren. Wenn sich dann die Kosten im Rahmen halten, habe ich vielleicht endlich DIE Lösung, die ich schon lange suche.  

Uns so endet mein Wochenrückblick auf die KW2 im Jahr 2019. Schon heute geht eine neue Woche los, über die ich Dir dann am kommenden Sonntag mehr berichten werde.

Mach es gut und Glück auf!