Und bei Dir so? – KW 35/19

Sonntag – 25.08.2019

STADTRADELN 2019 in Recklinghausen

Ich bin vor ein paar Tagen bei Facebook auf einen Termin aufmerksam geworden, welcher mir in die Timeline gespült wurde. STADTRADELN für meine Region. Ziel der Aktion ist die Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer und natürlich die Einsparung von Co2. Na da bin ich doch gern dabei. Also hab ich einen Beitrag für den Blog beschrieben und Leute eingeladen, sich meinem Team anzuschließen. 2 Kandidaten haben sich auch gefunden und jetzt wollen wir mal schauen, wie viele Kilometer wir zusammen bekommen. Wenn auch Du aus Recklinghausen bist, dann schließe Dich doch unserem Team an. Alle Infos findest Du in dem verlinkten Beitrag.

 

Montag – 26.08.2019

Und dann ging es wieder los!

Wie schon angesprochen, ist mein 3-Wöchiger Sommerurlaub schon wieder vorbei. Warum gehen 3 Wochen Urlaub immer schneller vorbei, als 3 Wochen arbeiten? Nun ja, aber ein Vorteil liegt klar auf der Hand. Endlich wieder mit dem Rad zur Arbeit fahren. Wenngleich die Fahrerei auch Sorgenfalten produziert. Auf der Wetter-App sehe ich den Sonnenaufgang und er kommt immer näher an die Uhrzeit heran, zu der ich starten muss. In dieser Woche war das schon 6:35 Uhr. Bald ist es wieder dunkel und wir müssen uns darüber unterhalten, was wir im Winter anziehen und welche Lampen wir fahren. Ich werde auch in diesem Jahr wieder mit meinem Chinakracher ins Rennen starten, schätze ich.

Irgendwie verspüre ich aber gleichzeitig auch den Wunsch, mal etwas Zuverlässigeres an mein Bike zu montieren. In einem Gespräch kam mal das Thema Nabendynamo am Hardtail, mit passender Lampe, auf. Die Idee finde ich eigentlich nicht verkehrt. In meinen Gedanken war früher ja mal Platz, für ein entsprechend ausgestattetes Winter-Fat-Bike. Aber da wir wohl nie wieder einen echten Winter bekommen, brauche ich vermutlich auch kein Fat-Bike.

 

Dienstag – 27.08.2019

Rotwild abholen

Und dann war da ja noch mein Rotwild, welches ich bei WatzUp in Oberhausen zur Inspektion geparkt hatte. Du erinnerst Dich sicher, die Sache mit der Schaltung. Zuverlässig, wie zu erwarten, haben die Jungs die Schaltung neu eingestellt, mir eine neue Kette montiert und auch den alten Steuersatz getauscht. Der war, nach nunmehr 17.000 km, auch mal fertig und musste gewechselt werden. Vermutlich hat ihm die salzhaltige Luft in den Niederlanden den Rest gegeben. Nachdem die Jungs mit den passenden Steuersatz bestellt und eingebaut hatten, durfte ich mein Bike nun endlich wieder in Empfang nehmen. Mit dem Enduro zur Arbeit zu fahren macht natürlich auch Spaß, aber ich merke schon sehr deutlich, mit welchem Rad ich Kilometer mache und wie es sich anfühlt.

Bleibt jetzt nur noch die Sache mit dem Reifen. Da brauche ich mal neue, aber da kümmere ich mich die Tage drum.

 

Mittwoch – 28.08.2019

Leider verzockt!

Als hätten die WatzUp-Jungs es nicht noch zu mir gesagt: „Du hör mal, Du verlierst hinten aber arg schnell Luft, sollen wir uns das auch mal ansehen?“ „Neeeeee, braucht Ihr nicht!“, hab ich gesagt. Ich brauche eh neue Mäntel und dann richte ich auch das mit dem Tubeless auch gleich. So war mein Plan. Als ich das Rad dann heute Morgen aus dem Keller holte, hatte ich noch erfreulich viel Luft auf dem Reifen. „Ach, wird für die 20 km schon reichen“, dachte ich mir so. Falsch gedacht. Schon nach 10 Kilometern fing mein Hintern an zu wippen. Kurze Zeit später war der Reifen dann fast platt.

Also entschied ich mich spontan für eine Abkürzung, auf der eine Tankstelle lag. Dort presste ich wieder 2,5 BAR in den Reifen, damit ich die noch verbleibenden 6 km fahren konnte. Wieder falsch gedacht. Nach weiteren 3 Kilometern war dann Feierabend. Der Reifen war platt und ich natürlich angefressen. Aber gut, ich habe es darauf ankommen lassen, ich hätte mich ja schon längst kümmern können, aber nein.

Ich lief also die letzten Kilometer, bis zur Arbeit. Dort hatte ich noch einen Notfallschlauch in Reserve. Diesen baute ich dann schnell und nach Feierabend in das Laufrad ein und schon war ich wieder mobil. Hast Du schon mal einen Schlauch in ein Tubeless Mantel eingesetzt? DAS ist eine Sauerei, weil die Milch ja irgendwo hin muss. Aber gut, viele Tücher später war die Schweinerei behoben und die Heimfahrt verlief ohne Zwischenfälle.

Was lernen wir daraus? Wer sich nicht gleich kümmert, kümmert sich hinterher zweimal.

 

Donnerstag – 29.08.2019

Endlich wieder Regen

Unsere Natur braucht dieser Tage Regen. Das wissen wir vermutlich alle und doch zieht man immer ein blödes Gesicht, wenn es einen dann auf dem Weg zur Arbeit erwischt. Heute war es dann bei mir mal wieder so weit. Schon als der Wecker klingelte, konnte ich draußen die Autos hören, die durch Pfützen fuhren. Meine Laune war gleich entsprechend. Kurz checkte ich wie Wetter-App und Petrus meinte es gut mit mir. Es sollte nur die erste Halbe Stunde regnen und danach aufheitern. Man könnte meinen, eine Generalprobe, bevor der Herbst kommt.

Ich hatte ja oben schon erwähnt, dass ich keine Lust auf die dunkle Jahreszeit habe. Am wenigsten Lust habe ich auf die ganze Umzieherei. Die kostet mich immer ewig viel Zeit, rein in die Thermobuchse, Socken drüber, Thermoshirt Pullover, Regenhose, Regenjacke, Winterschuhe, Sturmhaube, Helm und ab geht die Post. Na ja, so halb. Akku montieren, Lampe einschalten, hoffen das sie funktioniert. Tacho montieren, starten, Pulsmesser aktivieren, Schloss lösen und verstauen, Rucksack auf und starten.

Aber ein Auto ist keine Alternative, solange es nicht unbedingt sein muss.

Wie die App schon vorhergesagt hatte, zum Nachmittag hin, klarte der Himmel auf und es wurde noch ein richtig schöner Tag. Ich fuhr also in kurzer Regenhose nach Hause und merkte dabei, dass mein Akku langsam leerer wurde. Klar, nach 3 Wochen Pause gleich in eine 4-Tage Woche Bike2Work starten, das ist hart. Also für mich, in meinem Alter. Andere haben da sicher weniger Probleme, aber das ist ja mein Blog.

Auf der Heimfahrt machte ich auch mal die Augen nach neuen Motiven auf. Auf Instagram poste ich ja fast täglich nur die gleichen Bilder. Zwar fasziniert mich noch immer die Aussicht der Grimberger-Sichel und ich möchte alle daran teilhaben lassen. Aber der interessierte Betrachter verlangt sicher mal etwas Neues. Ein neues Motiv ist da sicher das Kohlelager des Steag-Kraftwerk in Herne.

 

Freitag – 30.08.2019

Endlich Wochenende

Der Freitag steht vor der Tür und das Wetter begrüßte mich mit purer Schönheit. Und dann war das wieder das Foto auf der Grimberger-Sichel. Ach, ich komme einfach nicht davon los. Mir geht, ohne Witz, jeden Morgen das Herz auf, wenn ich auf der Sichel anhalten kann und unter mir der Kanal ist. Am Horizont geht die Sonne auf und ein neuer Tag beginnt. Alles um mich herum ist ruhig und friedlich. Die Sorgen des Alltags liegen noch so weit entfernt, der Moment gehört mir. Ja, der Moment gehört mir. Und dann überkommt mich wieder der Wunsch, diesen Moment mit meiner Timeline zu teilen. Also raus mit dem Handy und rasch ein Foto gemacht.

Nach dem Posten ärgere ich mich wieder darüber, dass ich schon wieder die olle Sichel fotografiert habe. Sicher verdrehen meine Follower wieder die Augen und können dieses Motiv schon lange nicht mehr sehen. Wenn dem so ist, so tut es mir leid. Aber ich teile gerne und wenn ich nur einen Menschen erreichen kann, hat es sich doch gelohnt.

Auf dem restlichen Weg muss man aber auch immer die Augen offen halten, den hin und wieder begegnet einem noch ein weiteres Wunder der Natur. 

 

Samstag – 31.08.2019

Autofreier Tag – Das könnte ruhig häufiger passieren

Es gibt viel zu erleidigen, eine Liste liegt in der Küche. Warum eigentlich nicht mal das Auto in der Garage lassen und Dinge mit dem Rad erledigen? Heute stehen keine weltbewegenden Sachen auf der Liste, nur Brötchen holen, ein paar Schulsachen kaufen und dem Großen beim Fußball zuschauen. Alles im Umkreis von 5 km. Also gut. Als erstes geht es Brötchen holen, vorher noch zum Geldautomat. Schon sind die ersten 5 km auf der Uhr. Später müssen wir dann noch etwas für die Schule holen, als setzen sich der Jüngste und ich auf unsere Räder und genießen das gute Wetter. Ein paar Schulhefte und Stifte passen locker in meinen Rucksack. Nur die Hitze ist unser Gegner und so zieht mein Jüngster die eingepackte Fahrradflasche schon auf beim ersten Etappenziel komplett leer. Egal, so muss das!

Nachdem das erledigt ist, geht es zum Fußballplatz, wo der Ältere meiner Söhne ein Freundschaftsspiel gegen einen Lokalrivalen hat. Das Spiel endet 4:4 unentschieden und es geht hoch her. Mein Jüngster genießt sein Slusheis und ich gönne mir etwas Zuckerwasser. Eigentlich keine so schlechte Sache, auf der Auto zu verzichten. Dinge mit dem Rad erledigen, dass entschleunigt unheimlich und macht auch happy. Ich hatte keinen Stress im Straßenverkehr, keine Parkplatzprobleme und Spaß mit dem Jüngsten hatte ich obendrein noch.

Sollten viel mehr Menschen mal ausprobieren. Meine Frau hatte an diesem Morgen wohl die gleiche Idee. Die hat das Auto nämlich auch nicht mitgenommen und ist mit ihrem Rad zu einem Termin gefahren, der an diesem Tag anstand. Wie bei so einer Öko-Familiie. Das hat mir gefallen.