Specialized Defroster Winterschuhe

Dieser Schuh ist so ziemlich der hässlichste Schuh, den ich jemals besessen habe. Und das ist aber auch schon alles, was ich negatives über ihn zu berichten habe. Alles andere ist durchdacht, zuverlässig und praxiserprobt.

Wie bin ich auf diesen Schuh gekommen?

Vor der Pandemie bin ich tätlich mit dem Rad zur Arbeit gefahren, Sommer wie Winter. Offseason gibt es bei mir nicht, nur Kleiderwechsel. Gekauft habe ich diesen Schuh bereits 2018 bei WatzUp in Oberhausen. In den Wintern davor bin ich meine normalen Schuhe mit Überschuhen von Decathlon und später von Shimano gefahren. Weil im Winter aber ein Großteil der Zeit beim Umziehen draufgeht und die Überschuhe immer sehr fummelig und irgendwie doch unpassend waren, suchte ich einen richtigen Winterschuh.

Ich hatte vorher wild im Netz recherchiert. Schuhe gibt es wie Sand am Meer und weil es sich ja bei vielen Leuten um ein Hobby handelt, gibt es meiner Meinung nach immer einen satten Hobbyaufschlag, auf solche Produkte.

Fündig wurde ich letztendlich aber dann doch wieder, wie bereits erwähnt, bei WatzUp.bike in Oberhausen. Dort wurde ich sehr gut beraten und der Defroster wurde mir mit den Worten: „Dieser Schuh ist hässlich, aber leider auch genau das, was Du suchst!“ schmackhaft gemacht.

Nicht schön, wirklich nicht schön, aber zuverlässig!

Was ist das für ein Winterschuh?

Der Specialized Defroster ist ein hoch geschnittener Winterschuh, der Wärme speichert, Nässe ausschließt und die Nutzung von Klickpedalen ermöglicht. Seine Nähte sind versiegelt und er verfügt über eine dicke Isolierung aus 400 Gramm Thinsulate®-Material.

Der hoch geschnittene Neopren-Kragen sorgt für guten Halt und angenehme Wärme, auch auf langen Distanzen.

Der Innenschuh ist ebenfalls versiegelt und mit einer isolierten Innensohle ausgestattet. Die Sohle ist mittel steif und aus Composite-Material gefertigt. Auf dem Steifigkeit-Index wird sie mit 6.0 bewertet. Ein BOA® Drehverschluss sorgt für eine fein justierbare Bindung mit großflächiger Druckverteilung.

Er hat damals fast 300 € gekostet, ist mittlerweile aber für rund 180 € im Netz verfügbar.

Die Außensohle und das Fußbett sind ergonomisch gestaltet und medizinisch getestet. Es gibt spezielle Innensohlen von Specialized, mit denen man den Schuh optimal an seine Bedürfnisse anpassen kann.

Was war dabei?

Der Lieferumfang hielt sich, wie bei einem Paar Schuhe so üblich, in Grenzen. Es war lediglich ein Paar Schuhe im Karton. Die Cleats für den Einsatz von Klickpedale müssen separat erworben werden.

Technische Daten

  • Isolierung aus 400 g Thinsulate-Material.
  • Versiegelte Innensohle
  • BOA Drehverschluss für fein justierbare Bindung
  • Optional erhältliche Innensohlen, für optimale Anpassung
  • 1 Schuh wiegt 567 g, inklusive Shimano SM-SH51 Cleat.

Bildergalerie

Um dem Schuh ein Gesicht zu geben, habe ich Dir ein paar Fotos zusammengestellt. Dinge werden bei mir erst benutzt, bevor ich sie in Szene setzte, so auch die Schuhe. Wie gesagt, ich habe ihn 2018 gekauft und vor der Pandemie jeden Winter gefahren.

Wie fühlt es sich an?

Der Schuh fühlt sich leicht und wertig an. Man nimmt ihm sofort ab, dass er hält, was er verspricht. Ist er angezogen, kommt zunächst der Boa Verschluss zum Einsatz. Klick genau kann man den Schuh an seine Bedürfnisse anpassen, bis er sitzt.

Anschließend wickelt man den Neopren-Kragen des Schuhs um seinen Knöchel, bis ein angenehmer Druck entsteht. Jetzt noch das kleine Schutzsegel in das Drehrad des BOA Verschlusses einhängen und man ist ready to go. Im Vergleich zu den Überschuhen, die ich bisher hatte, eine deutliche Zeitersparnis von einigen Minuten und ein Zugewinn an Tragekomfort.

Am besten funktioniert der Defroster in Kombination mit einer langen Regenhose, die über den Neopren-Kragen reicht und auch bei der Fahrt nicht sonderlich weit hoch rutscht. Denn fährt man den Schuh mit kurzen Hosen, läuft das Wasser natürlich dennoch oben rein. Klingt logisch, hat aber tatsächlich nicht jeder auf dem Schirm.

Gut zu erkennen: Die Schmutzkante dank der langen Hose

Die ersten Meter

Meiner Erwartungen waren hoch, denn der Schuh war nicht billig. Außerdem hat niemand Lust zu frieren, daher waren meine Erwartungen an diese Schuhe recht hoch. Meine Tour würde rund eine Stunde dauern und mich auf rund 21 km Distanz über Trassen und Industriewege zur Arbeit führen. Immer am Kanal entlang, dort wo es richtig matschig wird, weil verdichteter Dreck als Radweg genutzt wird.

Draußen ist es dunkel und kalt. 10° Spitzenwert zum Mittag hin, außerdem regnet es, da kann der Schuh mal zeigen, was er so kann.

Einmal angezogen schmiegt sich der Specialized Defroster an den Fuß und gibt ihm dabei noch genug Platz zum Atmen. Ich trage ein dickes Paar Socken, denn es verspricht wirklich frisch zu werden.

Der Weg zur Arbeit hält, was er verspricht. Zunächst gibt es jede Menge Dreck auf die Füße, als ich am Rhein-Herne-Kanal entlang fahre. Am Zoom wechselt der Belag auf Asphalt. Das Wasser steht leicht auf dem Weg und die Schuhe werden geduscht.

Der Schuh macht dabei eine ausgezeichnete Figur. Das Thermometer meines Garmin zeigt teilweise 4 °C an und im Defroster herrscht ein angenehmes Klima. Die Füße sind trocken und angenehm warm. Das Wasser perlt am Schuh ab und hat, aufgrund der Konstruktion, keine Chance ins Innere zu gelangen.

Die Schwachstelle solcher Schuhe sind für gewöhnlich die Cleats. Hier entsteht sonst eine Kältebrücke, welche auf langen Strecken sehr unangenehm werden kann. Aber auch hier macht der Defroster eine gute Figur.

Die erste Ausfahrt ist gemacht und der Defroster hat abgeliefert. Ich bin sehr zufrieden.

Hart im Nehmen: Specialized Defroster

Fazit

Die Investition hat sich gelohnt und ich möchte sie hier ausdrücklich an Euch weitergeben. Der Schuh macht einen fantastischen Job und ist eines der wenigen Kleidungsstücke, die nach wie vor einen zuverlässigen Job machen. Am Anfang war der Schuh etwas steif, es braucht ne Weile, bis er richtig geschmeidig wurde.

Der Defroster kommt bei mir immer dann zum Einsatz, wenn es wirklich kalt draußen wird. Im Herbst ist es meist noch zu früh dafür, außer es wird morgens wirklich schon ordentlich frisch, regnet und ich habe ein Neingefühl, bei dem Blick aus dem Fenster.

Die niedrigste Temperatur, die ich bisher auf dem Tacho hatte? – 8,6 °C und ich hatte, es wird Dich nicht wundern, keine kalten Füße.

Der Schuh wird bei mir nicht geschont. Kälte, Schmutz, Wasser, von Spätherbst bis Frühling, gehört zu meinem Dauerbeschuss des Specialized Defroster. Ich kann mich immer auf den Schuh verlassen. Wie oben schon erwähnt, macht er den Besten Job, wenn man eine lange Regenhose trägt, welche über den Neopren-Kragen geht und sich dann nicht viel bewegt.

Denn wenn sich die Hose bewegt, kann es sein, dass sie Wasser nach oben transportiert, welches dann von oben in den Schuh läuft. Da kann der Defroster dann nichts für, aber dann wird es unangenehm.

Auch auf langen Touren macht er eine gute Figur. Grand Fondo im Herbst oder Winter? Am Schuh wird es nicht scheitern. Die Pflege nach der Ausfahrt ist auch schnell gemacht. Einfach mit dem Gartenschlauch abspülen, bevor man ihn auszieht.

Ich fahre den Schuh mit dünnen oder dicken Socken. Beides klappt hervorragend! In jedem Fall habe ich ein angenehmes Klima im Schuh und herrlich warme Füße, wenn ich auf der Arbeit ankomme.

Getestet auf Herz und Nieren

Lange Strecken im Specialized Defroster laufen macht keinen nennenswerten Spaß. Sollte ja aber auch beim Radsport eher die Ausnahme bleiben.

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