Trailscouting in der Haard


Über die Haard | Anfahrt und Parken | Trailscouting | Tausend Möglichkeiten | Fazit | Video | Freundlich gehts einher | Weiterführende Links


Über die Haard

Die Haard ist eine etwa 55 km² große und bis 156,9 m ü. NHN[1] hoch gelegene Hügellandschaft aus Sandstein im Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland (Nordrhein-Westfalen) im Norden des Kreises Recklinghausen. So verrät es uns Wikipedia, wenn man danach sucht. Der südlichste Ausleger ist nur rund 12 km von meiner Haustür entfernt. Daher eignet sich dieses riesige Gebiet eigentlich optimal als Spielplatz, wenn man mal etwas Abwechslung von der Halde sucht. Man findet dort sandigen, losen Waldboden, viele Nadelbäume, Wanderer und Pferdestrecken vor. Auf letzteren hat man als Radfahrer aber nichts verloren. Die Reiter sind da sehr humorlos, wenn man ihnen das Revier versucht streitig zu machen. Wenn man aber glaubhaft versichern kann, falsch abgebogen zu sein, sind alle friedlich. Mountainbiker scheinen mir dort weitestgehend gern gesehen zu sein. Wenn man sich denn an die vorhandenen Wege hält. Wildbau sollte sich aber absolut im Rahmen halten, sonst ändert sich das sicherlich schneller, als uns lieb ist.

Die Haard verfügt über 13 Erhebungen, welche zwischen 77 m und 156,9 m liegen. Man kann hier also durchaus auch Höhenmeter machen, wenn man Luft hat.

Der südlichste Zugang zur Haard liegt in Oer-Erkenschwick, westlich gehört sie zu Marl, östlich findet man Datteln vor und nördlich liegt Flaesheim. Hier soll unsere heutige Reise auch beginnen.

Anfahrt und Parken

Tobi und ich, starten am „Waldspielplatz Flasesheim“ und kommen mit dem Auto vorbei. Der Parkplatz ist leicht über die A43 zu erreichen. Am Kreuz Marl-Nord einfach auf die L612 abfahren und dem Bossendorfer Damm in Richtung Flaesheim folgen. Die Adresse für das Navi lautet:

Die Anreise mit dem ÖPNV und dem Rad ist, wie gewöhnlich, nur dann möglich, wenn die Bahn bereit ist, Dein Rad zu transportieren. Sonst kannst Du aber mit der Bahn bis Haltern am See Bf fahren und von dort aus dann mit dem Rad die letzten 5,8 km radeln. Nach 20 Minuten sollte man vor Ort sein.

Mit dem Rad ist die Haard über (gefühlt) tausende Wege erreichbar, daher verzichte ich nun auf Details.

Biken am Dachsberg

Unser erstes Ziel war der Dachsberg, welcher mit 122,6 m zu den kleineren Erhebungen der Haard gehört. Unsere Rucksäcke waren voll mit Video-Equipment, denn wir wollten diesen Ausflug natürlich auf Speicherkarten bannen, um später was Schönes zu schneiden. Unser Plan: Wir suchen uns Trails, kartografieren sie, fahren sie und erstellen so, nach und nach, eine schöne GPX Datei für eine anspruchsvolle Tour durch die Haard. Unsere Priorität liegt dabei auf Waldautobahn für den Uphill und Trails für Downhill. Wichtig ist uns auch, dass wir keine Trails unterstützen, die nicht für den Besuch von Bikern oder Wanderern gedacht sind.

Ganz wichtig, wenn man hier unterwegs ist: Rücksicht nehmen! Momente statt Segmente lautet das Motto und wie oben schon erwähnt. Wenn man hier negativ auffällt, wird man als Mountainbiker sicher schneller aus dem Wald geschmissen, als einem lieb ist.

Trailscouting

Also starteten wir in Richtung Abenteuer. Schon bald fanden wir den ersten verdächtigen Einstieg am Wegesrand. Ein umgestürzter Baum mit eindeutigen Spuren weckte unsere Neugier. Doch der Trail wirkte anspruchsvoller, als zunächst gedacht. Der Boden war sandig, die Abfahrt steil und sie führe zudem noch ins Ungewisse. Ganz klar: hier musste man wissen, was man macht. Das traf auf uns leider nicht zu und daher suchten wir das Weite.

Nach der ersten rasanten Abfahrt ging es dann hoch auf den Dachsberg. Einfach mal schauen. Schon auf dem Weg nach oben entdeckten wir weitere Spuren für Bike-Action. Vermeintliche Trail-Ausgänge, denen wir nachgehen wollten. Also weiter hoch. Immer hoch… Das ist der klare Nachteil an diesem Sport, wer runter will, muss vorher hoch!

Oben angekommen fanden wir dann einen schönen Einstieg vor. Einen sandigen kleinen Sprung, welcher so perfekt in eine Abfahrt müden könnte, wenn es sie denn geben würde. Wir entschlossen uns, hier eine kleine Pause zu machen, um diverse Aufnahmen von diesem Sprung zu erstellen. Hier ließ Tobi auch die Drohne steigen, um ein paar herrliche Aufnahmen der Umgebung einzufangen. Siehe Intro des Videos. Herrlich, oder? Als wir den kleinen Sprung genug in Szene gesetzt hatten, ging die Suche weiter.

Tausend Möglichkeiten

Wenn man die Augen offen behält, findet man ständig irgendwelche kleinen Trails durch das Gehölz. Dabei sind auch viele Trampelpfade, welche sicher nicht für den offiziellen Gebraucht gedacht sind. Hier muss man dann Disziplin walten lassen und sich am Riemen reißen. Sehr häufig bieten sich alte Forstwege an, die bereits stark verwittert sind. Hier liegen Bäume kreuz und quer und kreieren so eine natürliche Auslese an anspruchsvollen Trails. Wer hier etwas baut, den darf man nicht verurteilen.

So richtig Spaß kam aber erst auf, als wir ein lokales Pärchen getroffen haben. Die haben uns dann einen tollen Trail gezeigt, welcher zwar auch von Wanderern genutzt wird, aber ganz offenbar häufiger befahren wird. Die Beiden sind vorweg gefahren, ich war dahinter und Tobi hat die Reihe abgeschlossen. Beide haben es ordentlich krachen lassen und ich wollte sie nicht aus den Augen verlieren. Ich bin daher alles gefahren, was die auch gefahren sind. Sehr zur Verwunderung von Tobi, der mich so eigentlich nicht kennt.

Nach einer Abfahrt trennten sich unsere Wege und Tobi und ich entschieden uns, gleich nochmal zu fahren. Diesmal mit Gimbal, weil es sich echt anbieten würde. Aber leider war bei der zweiten Abfahrt mein Kopf wieder zurück und so traute ich mich nicht wirklich mehr, den Trail zu verlassen, um etwaige Sprünge mitzunehmen. Sehr ärgerlich!

Freundliche gehts einher

Was mir aufgefallen ist, man ist hier freundliche zueinander. Trifft man andere Biker, wird man gegrüßt. Grüßt man Wanderer, grüßen sie zurück. Die Leute achten hier auf die Umwelt, werfen keinen Müll auf den Boden und wenn man nicht grade an den Feuerwachtürmen ist, sehen auch die Mülleimer absolut okay aus. Alles in allem scheint es den Leuten daran gelegen zu sein, die Natur zu beschützen und vor schlimmerem zu bewahren. Das gehört unterstützt!

Fazit

Die Haard ist ein riesengroßer Spielplatz. Sie ist absolut abwechslungsreich und man kann hier alles finden, was man sucht. Waldwege, Waldautobahn, Trails, Höhenmeter und Landschaft. Das alles ist sehr zentral gelegen und mit ziemlich jedem Verkehrsmittel gut erreichbar. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall, aber eine gute Vorbereitung ist wichtig. Ich habe Dir aus diesem Grund weiter unten mal 3 Komoot Strecken herausgesucht, welche vielversprechend zu sein scheinen. Tobi uns ich werden sicher noch häufiger in die Haard kommen, denn sie ist eine spannende Alternative zu unseren Hometrails auf den Halden Hoheward und Hoppenbruch.

Video

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Weiterführende Links:

Unsere Tour bei Strava

Mutter Wehner – Dachsberg Runde von Haltern am See
Dauer: 02:51 Distanz: 34,3 km Höhenmeter: 330 m

Feuerwachturm – Rennberg Runde von Haltern am See
Dauer: 02:48 Distanz: 32,2 km Höhenmeter: 390 m

Rennberg – Feuerwachturm Runde von Marl-Sinsen
Dauer:
03:09 Diatanz: 47,0 km Höhenmeter: 260 m