Eiertour advanced

In meinem Re­per­toire an Touren gibt es ja die normale Eiertour, die Eier und Schnaps Tour und eben auch die „Eiertour advanced“. Sie führt mich über Umwege zu meinem Lieblingsbauern und von dort aus wieder nach Hause. Da in den nächsten Tagen eine Sport-Pause auf dem Plan steht, scheint mir diese Tour gut geeignet, um es nochmal krachen zu lassen, bevor mich die Couch für 14 Tage fesselt.

Was ist das Highlight dieser Tour?

Eigentlich geht es mir heute nur um Bewegung, ich bin die Tour ja bereits mehrfach gefahren und wollte nochmal den Wind um die Nase spüren, nochmal Kalorien verbrennen, bevor ich die nächsten Tage mit Süßkram meinen Stress kompensiere. Besonders freue ich mich aber auf den kleinen Abschnitt „Die Burg„.

Was ist geplant?

35 – 40 Kilometer, easy going mit guter Musik auf den Ohren und gerne auch mit Muskelkatergefahr für die nächsten Tage.

Legen wir los!

Ich schnappe mir das Hardtail, denn es ist nach wie vor mein Lieblingsrad. Es geht zunächst in Richtung König-Ludwig-Trasse und die dann in Richtung Berghausen, vorbei an meinem Kumpel Jesus, rauf auf den kleinen Berg und vorbei am Naturschutzgebiet Johannistal, weiter in Richtung Haard.

Alles läuft gut, die Playlist stimmt und das Wetter ist gnädig mit mir. Ich komme gut über den kleinen Berg und habe die ersten 6 Kilometer im Sack, als es zum ersten Mal wieder Bergrunter geht. Ich passiere nähere mich einem Kreisverkehr und finde mich nur wenige Meter weiter in der Natur.

Ich habe das schon sehr häufig gesagt und geschrieben, aber mich fasziniert diese Abwechslung immer wieder aufs Neue. Eben stehst Du noch an einem viel befahrenen Kreisverkehr und nur wenige Sekunden später stehst Du im Wald oder eben wie hier, auf einem Feld mit schöner Aussicht. Der Raps blüht, die Windräder drehen sich und nur wenige Meter weiter kann man schon die Haard sehen.

Mein nächstes Ziel:

Die Halde General Blumenthal 8

Nach 11,8 km habe ich die Halde erreicht. Blumenthal 8 gehört zur gleichnamigen Zeche General Blumenthal in Recklinghausen. Die Schachtanlagen der Zeche verteilte sich damals über das komplette Stadtgebiet von Recklinghausen. Detail dazu findest Du hier.

Die Halde liegt auf dem Weg und ist eigentlich eher was für Wanderer oder Spaziergänger. Aber wenn man hier schon mal ist, kann man die paar Höhenmeter auch gleich mitnehmen und wieder eine Halde von der Liste streichen.

Halde General Blutmenthal 8

Naturschutzgebiet „Die Burg“

Kurz hinter der Halde kommt das Naturschutzgebiet „die Burg“. Es liegt teils auf Recklinghäuser Stadtgebiet, teils auf Marler Land. Ich bin hier schon häufiger mal durchgerauscht, doch heute ist mir etwas aufgefallen. Eine kleine Brücke, die meine Aufmerksamkeit erregte.

Brücken bauen, so wichtig!

Die Brücke war ein Steeg und ging am Silvertbach entlang. Nach dem Steeg traf ich auf einen kleinen S0 Trail, welcher für Radfahrer und Wanderer gleichermaßen freigegeben zu sein schien. Ich blieb natürlich auf dem Weg und entdeckte eine Welt, wie im Dschungel!

NGS Die Burg in Marl Sinsen

Damit hatte ich nicht gerechnet und ich hatte Mühe meinen Mund wieder zu schließen. Natürlich ist das hier kein Enduro- oder Downhill-Paradies, aber mit dem Hardtail oder dem Gravelbike ist das in jedem Fall ein Abstecher Wert.

Ich fuhr den Trail komplett und landete hinterher wieder an meiner Ausgangsstelle. Ab heute fahre ich immer den Umweg hinten lang.

Ab zum Bauer Godde

Direkt nach NSG kommt sofort der Flughafen Lohmühle. Im Sommer kann man hier häufig Flugzeuge beobachten, die starten und dann Fallschirmspringer aussteigen lassen. Sehr tollkühnes Unterfangen, ich würde mich das vermutlich nicht trauen.

Hier bemerkte ich aber, dass etwas nicht stimmt. Mein Hinterrad wippte seltsam, wenn ich pedalierte. Wenn das passiert ist schnell klar, ich verliere Luft. In einem Ausläufer des NGS hatte jemand eine Bierflasche zerdeppert und mitten auf dem Weg lagen Splitter. Vermutlich habe ich mir da was eingefangen. Der Maxxis Aspen ist da ja relativ anfällig und Tubeless kann dann auch nicht mehr viel retten.

Bei näherer Analyse stellte ich fest, dass Tubeless das Loch erfolgreich geflickt hatte, ich aber beträchtlich Luft verloren habe. Mit einer Co2 Kartusche füllte ich flott Luft nach und konnte meine Tour auch erfolgreich und sicher beenden.

Von der Lohmühle aus ging es an den Wassertürnen vorbei, durch einen kleinen Trail, runter bis zur Allee des Wandels und von dort direkt bis zum Bauer. Ich war heute abe mit leichtem Gepäck unterwegs, ich hatte also keinen Rucksack dabei für frische Milch, Eier oder die leckeren Plätzchen.

Nach meiner Pause wieder…

Der Hofladen von Bauer Godde

Wieder ab nach Hause

Nachdem ich eine kleine Pause gemacht hatte, ging es auf die letzten 12 Kilometer in Richtung Heimat. Dafür nutze ich die Allee des Wandels und bog in Richtung Halde Hoheward ab. Mit Blick auf die Uhr entschied ich mich dann aber doch für den direkten Heimweg, denn ich hatte keine Lampen dabei.

Weil außerdem meine ganzen „Schleichwege“ von Baustellen blockiert sind, muss ich ein paar Meter am Straßenverkehr teilnehmen und das willst Du ohne Lampe nicht freiwillig machen, wenn es dunkel ist. Sonst wäre ich gerne noch hoch auf die Halde, um den Sonnenuntergang zu sehen. Aber der war heute eh nicht besonders doll und wie gesagt, keine Lampe.

Also fuhr ich nur noch bis zur Hald und von dort aus in Richtung Hohnehorster Wald, wo ich zunächst die A43 überquerte und danach die A2 unterquerte. Sagt man das so? Vermutlich nicht. Nun war ich fast schon wieder zu Hause und alles lief gut. Das war in jedem Fall eine schöne Tour zur Pause.

Ich freue mich auf die nächste Wiederholung.

Die Tour bei Strava